Ein Samstagnachmittag mit den Damen der Gesellschaft…..
Schon lange hatte Liesel Schlechter diesen Ausflug geplant. Die Greesberg-Damen sollten Köln einmal richtig kennenlernen. Nach mehreren Anläufen war endlich ein gemeinsamer Termin gefunden: Der 25. Oktober 2008 sollte es sein. Und er wurde es auch!

Große Bedenken hatte ich nicht, die Damen durch Köln zu führen. Stadtführungen mache ich schon seit etlichen Jahren und viel anders als am Rosenmontag kann es ja nicht sein. Da laufen wir ja auch immer im Knubbel durch Köln.

Lediglich das Motto der Führung machte mir Kopfzerbrechen: Frauen in Köln!
Ich hatte zu Beginn meiner Stadtführerzeit schnell raus, dass man eine Stadtführung zwei bis drei Stunden machen kann, ohne einen Frauennamen zu erwähnen (gut, die Agrippina am Anfang zu ignorieren, ist schwierig, aber es geht!). Wollte man allerdings die Kirche, den Erzbischof oder den Katholizismus außen vor lassen, so ist dies unmöglich!

Nun, für alles gibt es eine Lösung und so fanden sich etliche Greesberg-Damen am 25.10.2008 gegen 14.45 Uhr an der Kreuzblume ein, um mit mir auf „Spurensuche“ zu gehen.

Zunächst war ich froh, dass alle wohlbehalten durch den Hauptbahnhof gekommen waren, galt doch dieser um das Jahr 1900 als „Mädchenfalle“! Junge, arbeitsuchende Mädchen aus der Eifel oder dem Bergischen wurden seinerzeit am Bahnsteig abgepasst und in Etablissements verbracht, die nie ein Greesberger betreten würde!?! Die erste Hürde war genommen.

Nun konnte der historische Stadtrundgang unter der Thematik „Frauenpower in Köln“ beginnen!

Die erste Frau ist natürlich „Agrippina, die Jüngere“, welche ihren Mann Claudius, nachdem er Köln zur Colonia ernannt hatte, als Dankeschön dafür vergiftete!

In der Kirche Sankt Andreas bewunderten wir den Altar der „Rosenkranzbruderschaft“. Bei vielen Stadtführern sehr beliebt, zeigt er doch den Schutzpatron der Kölner Brauer: St. Petrus von Mailand. Dass auf dem linken Teil des Altarbildes die Hl. Dorothea zu sehen ist, welche ebenfalls Patronin der Brauer ist, wird meist verschwiegen. Hier wissen Greesbergerinnen nun mehr!
In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass das Brauen von Bier früher Hausfrauenpflicht war und der Braukessel Teil der Aussteuer jeder jungen Germanenfrau war. Meine Frau hatte leider keinen Kessel dabei…..

An der Nordseite des Domes besuchten wir die selige Christina von Stommeln, als eine der wenigen Frauen aus dem Kölner Umland im Figurenprogramm des Domes.

Maria Clementine Martin war nie so wertvoll wie heute! Dass das erste Geschäftshaus der weltberühmten „Klosterfrau“ dort stand, wo heute das Domforum residiert, wissen leider nur die wenigsten.

Dass des Schneiders Frau neugierig war, ist keine Überraschung; dass die Heinzelmännchen ihren Ursprung im Himmel haben, schon. Sie wissen, meine Damen: Immer schön an die Flügel denken!

Am Turm des Rathauses mussten die Damen mit Schrecken erfahren, was mit Frauen geschah, die im Mittelalter der Hexerei verdächtig waren. Katharina Henot und Entgen Lennart waren wohl die bekanntesten Unglücklichen.

Genauso unglücklich war wohl die gute Griet, als sie erfuhr, dass ihr verschmähter Knecht ein Generalfeldmarschall geworden war.
Warum wir einen Prinzen im Dreigestirn haben, und warum es drei sind, ist seit diesem Tage auch kein Geheimnis mehr. Und nicht vergessen: Beim Einzug des Dreigestirns ist im nächsten Jahr die Theke tabu!

Danach schauten wir beim Brauhaus Peters vorbei – leider ohne die angekündigten weiblichen Köbesse zu sehen.

Im Martinsviertel angekommen, lüftete sich so manches Geheimnis um Tünnes und Schäl. Wer kennt schon den bürgerlichen Namen vom guten „Schäl“?

Nach der Legende um den Kölner Weckschnapp endete die Führung vor dem großen Fenster des Kölner Hänneschen-Theaters. Nachdem die wichtigsten Akteure vorgestellt waren, begab sich die ganze Gruppe in das Brauhaus Malzmühle, um sich für den weiteren Abend zu stärken!

Gegen 18.30 Uhr brachen wir auf, um uns zum „Comedia-Theater“ zu begeben. Hier durften wir die 9. Köln-Comedy Ladies Night erleben. Anka Zink, Sarah Hakenberg, Astrid Gloria Irmer und vor allem die überragende Carmela de Feo als „La Signora“ rundeten den Tag perfekt ab!

Meine Damen: Herzlichen Dank für einen herrlichen Tag in unserer „Vater“-Stadt!

Führung & Text: Markus Otrzonsek

Fotos: Claus Adams, Bernhard Vosen