Damensitzung der Greesberger am Montag, 8.02.2010
im großen Saal des Hotel Maritim

Die Geschichte der Hausfrauennachmittage begann 1949 , veranlasst durch die Kölnische Rundschau. Der spätere Präsident der Greesberger, Herbert Limbach, war von Anfang an der Sitzungsleiter. Herbert Limbach wurde es offenbar in die Wiege gelegt, die Menschen zu unterhalten und ihnen Freude zu machen. Dazu gehörte auch seine Truppenbetreuung im Krieg, die auch schon im Fernsehen gezeigt wurde. Das Motiv für die Durchführung der Hausfrauennachmittage ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Wir nehmen aber an, es war als Werbung gedacht. Man wollte den Hausfrauen, die damals rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche und in der schweren Zeit im „Dienst“ waren etwas bieten, wenn die Männer auf der Arbeit waren. Herbert Limbach, Präsident der Greesberger von 1958 bis 1969, von 1970 bis 1977 und von 1982 bis 1986, leitete die HFN der Kölnischen Rundschau. Man hatte ihn anfänglich recht mitleidig belächelt, als er sich 1949 auf ein - karnevalistisch - neues Feld wagte. Skepsis war die mildeste Form der Ablehnung, die man den Rundschau-Hausfrauennachmittagen mit Herbert Limbach entgegenbrachte. Längst wurde Limbach, der die Entwicklung einleitete und als Präsident der Greesberger fortführte, respektvoll „ Vater der Damensitzung“ genannt.

Unsere "Kleinen" waren ganz groß auf der Damensitzung


Der große Saal im Maritim-Hotel, randvoll mit Mädels
Premiere war im „Imperial“ an der Ehrenstraße. In den ersten Jahren fanden fünf Veranstaltungen statt. Aber der Andrang war in kurzer Zeit so groß geworden, dass die Nachmittage nach zwei Jahren in den großen Sartorysaal umziehen mussten. Im Jahre 1958 stellte die Rundschau die HFN ein. Der Grund ist heute ebenfalls nicht bekannt. Herbert Limbach, der dann 1958 zu den Greesbergern kam, brachte die HFN als festen Bestandteil der Karnevalsveranstaltungen mit. Am 14.01.1959 fand der erste HFN der Greesberger im großen Festsaal Sartory statt. Das Sessionsheft der Greesberger aus dem Jahre 1959 weist sechs Veranstaltungen (HFN) aus. Bis 2003 fanden sie mit wenigen Ausnahmen alle im Sartory statt. Seit 2004 sind wir nun im Maritim - Hotel. Über die Jahre hinweg wurde inzwischen aus den sechs Veranstaltungen nur noch eine. Aber die hat es in sich. Bis zum Jahre 1956 fanden die HFN ohne Elferrat statt. Erst im Jahre 1957 stellte die K.G. Sr. Tollität Luftflotte e.V. 1926 erstmalig bei einer Damensitzung einen Elferrat.


Besonders hübsch anzusehen: die Maikäfergruppe

Keiner war vor ihm sicher:
Marc Metzger alias Blötschkopp


Präsident Detlef Kramp bedankt sich bei den Siegburger
Funken blau weiss für ihren überragenden Auftritt
Heute sind die Damensitzungen aus dem Fastelovend nicht mehr wegzudenken. So präsentierte am Montag, dem 8.02.2010 Sitzungsleiter Wolfgang Nagel in gewohnt herzlich-kölscher Art das wie immer von Literat Charly Sünder entworfene abwechslungsreiche und unterhaltsame Programm.
Auf den Sitzen hielt es die jecken Weiber nur selten bei der Damensitzung im proppevollen großen Saal des Kölner Maritim-Hotel. Stattdessen war vom Start weg nur noch Mitsingen, Unterhaken und Schunkeln angesagt. Beste Stimmung im Saal, die auch auf die Künstler übergriff. Das Publikum unterstützte die Akteure gesanglich nach Leibenskräften. Unsere Jugendtanzgruppe „Kölsche Greesberger“ machte den Anfang und wurde begeistert empfangen. Sie waren sogar die Publikumslieblinge im Maritim-Hotel Köln. Gerade erst neu gegründet (Frühjahr 2009) haben sie von Auftritt zu Auftritt kräftig zugelegt. Seit sechs Jahren wird in den Colonaden im Hauptbahnhof ein Tanzwettbewerb für Kinder- und Jugendtanzgruppen durchgeführt. Mit Freude konnte unser Präsident Detlef Kramp verkünden, dass unsere Jugendtanzgruppe (JTG) beim diesjährigen Wettbewerb einen hervorragenden 3. Platz belegen konnte, den sie sich mit „den Pänz us dem ahle Kölle“ teilen durften.
Auch das Dreigestirn konnte bei seinem Liedvortrag auf die stimmliche Unterstützung der 1000 Jecken zählen. Nach über 270 anstrengenden Auftritten bis zu diesem Tag konnten sie mit ihrem Lied „Mir sin stolz, mir sin vun echtem kölschen Holz“ bei einem dankbaren Publikum für Stimmung sorgen. Die Greesberger boten ein überzeugendes Programm mit Spitzenkräften des Karnevals. Den Gästen muß man aber auch ein großes Kompliment machen; sie erwiesen sich einmal mehr als ein absolutes Superpublikum. Vom ersten Moment an herrschte ausgelassene Stimmung als das prächtige Corps der Siegburger Funken blau weiß mit Regimentskapelle und Tanzgruppen einzog. Ca. 180 Aktive auf der Bühne, einmalig und einzigartig im Kölner Karneval. Aus Aachen kommend, drängt „Hausmann Jürgen Beckers“ mit Erfolg in den Kölner Karneval. Durchaus intelligente Witze, die sich gerne mit der Eigenart des Rheinländers und seiner Ausdruckweise beschäftigen und recht gut beim Publikum ankommen.
Bei dem Mann für alle Fälle Guido Cantz, macht sich die Routine bemerkbar. Treffsichere Pointen gut serviert. Obwohl er im letzten Jahr heiratete, hat der kecke Blondschopf bei Damensitzungen immer noch den größten Rückhalt.

Sieht klein aus, kommt aber groß an: Guido Cantz

Die Räuber räumten wie immer ab
Die ersten Schritte sind getan: Mit seiner Persiflage auf bekannte Sänger und der stimmgewaltigen Interpretation von deren Hits ist „Tino vom Taxi“, der gelernte Opernsänger Tino Selbach mittlerweile ganz gut im Geschäft. Neue Gesichter sind gefragt. Aber es dauert halt, bis sie den Weg in die große Säle schaffen. An „Blötschkopp“ Marc Metzger kommt derzeit keiner vorbei. Vor zwei Jahren noch als Nachwuchs gehandelt, ist er mittlerweile der unbestrittene Top-Star der Szene. Sein Markenzeichen ist seine Unberechenbarkeit. Metzger punktet vor allem mit der direkten Ansprache des Publikums und spontanen Einlagen, je nach Situation. Auch wenn Versatzstücke immer wieder auftauchen, gleicht keine Rede der anderen. Furios ist seine Homage an die „Bläck Fööss“: In einer kurzen Geschichte reiht er 53 Titel der Kultband aneinander. Das ist nicht komisch, aber so beeindruckend, dass er jedes Mal Ovationen erntet.
Die Räuber stürzten in den Saal und sorgten mit einem geradezu phantastischen Auftritt für ein weiteres Stimmungshoch. Danach hatte die kölsche Girlband „Funky Marys“ schon etwas Probleme die Super-Stimmung auf dem gleichen Level zu halten.
Die Poppelsdorfer Schloss Madämchen, die überhaupt erstmalig auf einer unserer Veranstaltung auftraten, begeisterten den Elferrat und das ganze närrische Volk im Saal. Danach ging mit Brings „Halleluja“ und vielen ihrer alten rockigen Nummern wie „Supergeile Zick“ und „Po...., kaate, danze, dat kannst de“ regelrecht die Post ab.
Mit unserer Tanzgruppe Kölsche Greesberger stand ein weiterer Programmhöhepunkt im Ablaufplan. Der Auftritt war einfach fantastisch. Sie waren aber auch sogleich die Schlussnummer einer erfolgreichen Damensitzung in der Session 2010. Weiter ging es dann im Foyer mit dem Tastenfeger Markus Nordt, der dafür sorgte, dass sich das Publikum noch bis weit in die Abendstunden amüsierte und viele Damen betonten, dass bei den Greesbergern noch echt kölscher Fastelovend gefeiert wird. Wen wunderts da, dass viele schon wieder Karten fürs nächste Jahr bestellt haben.

Neu und gut: Poppelsdorfer Schloß Madämchen

Brings: Supersound im neuen Outfit

Professionell: unsere "Großen" TG Kölsche Greesberger
Text: Georg Steinhausen
Fotos: Claus Adams
 
©2010 Große Karnevals-Gesellschaft Greesberger e.V. Köln von 1852