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des Senfmuseum Samstag, 2.03.2010 am Holzmarkt in Köln |
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Vor
10 Jahren, genau genommen im Jahre 1998, begann die Umgestaltung und Neuerschließung
des „alten Rheinauhafens“. Dabei entstanden und entstehen
bis dato architektonisch anspruchsvolle Neubauten auf bisher brachliegenden
Flächen. Ebenfalls wurden auch Altbauten wie das ehemalige Hafenamt
von Grund auf restauriert und für neue Zwecke, als Büro- oder
Wohngebäude, zusammengeführt. Weitere Räumlichkeiten liegen
im Bereich des Kulturellen und Gastronomisch-kulinarischen. Die Neuerstehung
des Rheinauhafens ist das zur Zeit größte, mit der Innenstadt
verknüpfte Stadtentwicklungsvorhaben in Köln. Blickfang des
Rheinauhafens sind drei gläserne „Kranhäuser“ des
Architekten Hadi Teherani. Der Name spielt auf die Form der Gebäude
an, die 60 Meter hoch in den Kölner Himmel ragen – eine Hommage
an die ehemaligen Lastkräne im alten Rheinauhafen. Das mittlere Kranhaus
ist am 12. März 2009 auf der weltweit wichtigsten internationalen
Immobilienmesse in Cannes mit dem „MIPIM-Award 2009“, dem
„Oskar“ für Architektur, ausgezeichnet worden. |
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Ganz
in der Nähe, am Holzmarkt, befindet sich das Kölner Senfmuseum.
Auf einer der ältesten Senfmühlen anno 1810 stellt Senfmüller-Meister
Wolfgang Steffens nach ausgesuchten und historischen Rezepturen und Verfahren
herausragende Gourmet-Senfsorten her. Wolfgang Steffens ist der einzige
Senfmüller in Deutschland, stolz, einen Meisterbrief in diesem Gewerk
von der Handwerkskammer Trier zu besitzen. Senf ist ein scharfes Gewürz,
das aus den Samenkörnern des weißen, braunen und des schwarzen
Senfs hergestellt wird. Gebräuchlich ist es als Senfkörner (ganze
Samen), Senfpulver (gemahlene Samen) und vor allem zu einer Würzpaste
verarbeitet, als Tafelsenf oder Mostrich. Senf war schon vor 3000 Jahren
in China als Gewürz geschätzt. Über Kleinasien gelangte
er nach Griechenland, wo er im 4. Jahrhundert v.Chr. als Heilmittel bekannt
war. Das erste überlieferte Rezept zur Senfzubereitung verfasste
der Römer Columella im 1 Jahrhundert n. Chr. Im 8. Jahrhundert wird
Senf in einer Schrift Karls des Großen erstmals in Mitteleuropa
erwähnt und wurde von arabischen Pflanzungen in Spanien aus verbreitet.
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Schon
durch die Auswahl und das Verhältnis von weißem zu schwarzem
Senf, den Mahlgrad der Körner und den verwendeten Most oder Essig
entstehen ganz unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Konsistenzen.
Durch weitere Zutaten wie Zucker, Karamell, Honig, Meerrettich oder Cayennepfeffer,
Kräuter und Gewürze wie Estragon oder Zimt, Zitronensaft oder
Wein, Knoblauch, Tomaten oder Paprika entstehen weitere Geschmacksnuancen
zwischen süßlich mild, würzig und sehr scharf. Die jahrhundertlange
Tradition hat zu einer verführerisch abwechslungsreichen Geschmacksvielfalt
geführt. Die Geschichte der historischen Senfmühle reicht zurück
bis in das 18. Jahrhundert. Sie zählen zu den ältesten Senfmühlen
in Europa. 1931 wurden die Mühlen erstmalig in Belgien restauriert
und betrieben. Im Laufe der Zeit wurden sie nach Holland verkauft, wo
sie 1993 ihre Dienste einstellten. Durch Zufall konnte Senfmüller
Wolfgang Steffens diese technische Denkmäler 1997 erwerben. Sie befanden
sich in einem sehr schlechtem Zustand. Mit sehr viel Zeit und Mühe
wurde eine der beiden Senfmühlen von Grund auf liebevoll von Wolfgang
Steffens restauriert und technisch generalüberholt. |
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Am
1. Mai 2001 eröffnete er in Cochem-Cond ein produzierendes Senfmuseum.
Nach der Restauration der zweiten historischen Senfmühle erfolgte
die Inbetriebnahme am 22.08.2009 in Köln am Holzmarkt. Die Senfmühlen
wurden wieder so instandgesetzt, dass die Herstellung in seiner vollständigen
Bandbreite wieder gezeigt werden kann. Heute produzieren die beiden alten
Senfmühlen wieder feinsten kalt gemahlenen Gourmet-Senf. Als Grundlage
hierfür sind zwei Original-Rezepte aus dem 15. Jahrhundert und aus
dem Jahre 1820. Ein absolutes Betriebsgeheimnis. „Klasse statt Masse“.
Viele Teilnehmer der Greesberger erlebten die fast 200 Jahre alte Senfmühle
unter der fachkundigen Führung von Senfmüller-Meister Wolfgang
Steffens. Sie erfuhren, wie nach überlieferter und eigener Rezeptur
dieser besondere Gourmetsenf entsteht. Wolfgang Steffens verwendet ausschließlich
Naturgewürze und keine Aromastoffe, Farbstoffe oder Geschmacksverstärker.
Ebenso ist der Senf frei von Schwefeldioxyd. Im Senfladen können
nicht nur zahlreiche Senfspezialitäten gekauft werden, sondern dort
kann man Senf im integrierten Museum mit allen Sinnen erleben. |
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Den
Abend erlebten wir bei einem frischen Glas Gaffel-Kölsch und einem
kleinen Essen mit Gulaschsuppe und „Kölschen Tapas“.
Für den Unterhaltungsteil sorgten die jungen Musiker „Rhein-Ragazzi“.
Mit dem Akkordeon und einer Geige spielten sie zu unserer Unterhaltung
unter anderem auch karnevalistische Lieder. Benni Landmann und Jannik
Boelke ernteten dafür anhaltenden Applaus. „Seinen Senf dazugeben“
sagt man heute noch, wenn sich eine dritte Person in einem Gespräch
einmischt und, erwünscht oder unerwünscht, ihren Teil dazu beiträgt.
Zurück geht die Redensart auf die Gewohnheit der deutschen Schankwirte
im 17. Jahrhundert, sämtliche Speisen mit Senf zu servieren, sogar
wenn es geschmacklich überhaupt nicht passte. Fröhliche Gesichter beim Verlassen der Senfmühle erinnerten an einen gelungenen, interessanten und lehrreichen Abend. Übrigens heißt der Müllergruß „Glück zu“! |
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Fotos:
Bernhard Vosen & Claus Adams |
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| ©2010 G.K.G. Greesberger e.V. Köln von 1852 | Text:
Georg Steinhausen |