Unsere Weihnachtsfeier im Casino am 4.11.2009

Die Weihnachtszeit ist die schönste Zeit des Jahres: Draußen schmückt Tannengrün Tür und Tor, glitzern Lichterketten an verschneiten Bäumen. Drinnen erhellen dicke Adventskerzen dämmrige Winternachmittage, machen goldene und silberne Sterne die Wohnung heimelig-weihnachtlich. Es duftet nach selbstgebackenen Keksen, während die ganz kleinen mit roten Bäckchen ihren Wunschzettel fürs Christkind malen. Es gibt den stillen Advent mit Kranz und Kerzenschein und es gibt den lauten mit Spiel und Spektakel im Freien. Der ist älter und stammt noch aus der Zeit, als die meisten Menschen auf dem Land wohnten. Das „Klöpfeln“ zum Beispiel ist seit dem 15. Jahrhundert Brauch – früher in ganz Deutschland, heute vor allem in Franken, Schwaben, Oberbayern und den österreichischen Alpen. An den letzten drei Donnerstagen vor Weihnachten ziehen Kinder von Haus zu Haus, klopfen an die Tür und singen Adventslieder. Das ist Mahnung und guter Wunsch zugleich: Die Bewohner sollen daran denken, dass sie einmal an der Himmelstüre anklopfen werden.
Und die Klöpfler wünschen ihnen, dass man sie dann auch einlässt. Gute Wünsche verdienen gute Gaben, und so bekommen die Kinder, Süßigkeiten, Äpfel, Nüsse und auch schon mal Geld. Die Zeit vor Weihnachten war für die Leute auf dem Land damals so aufregend wie für uns heute Silvester. Denn bis weit in unser Jahrhundert bereiteten sich die Bauern im Winter auf ein neues Arbeitsjahr vor, Knechte und Mägde wechselten zu Sankt Martin am 11. November oder knapp vor Weihnachten den Arbeitsplatz. Man war daher gespannt auf die Zukunft und liebte Orakelspiele wie Bleigießen und Schuhewerfen: Zeigte die Schuhspitze in den Raum, würde man bleiben, zeigte sie zu Tür oder Fenster, würde man sich bald eine andere Stelle suchen müssen. Der Traum des ersten Adventssonntages sollte in Erfüllung gehen, und das Wetter an diesem Tag galt als Vorzeichen für den ganzen Winter. Der Flachs, so hieß es, werde so lang wie die Eiszapfen im Advent. Aber warum ist Weihnachten eigentlich im Winter? Das war nicht immer so:
Im frühen Christentum feierte man Weihnachten auch im März oder sogar im Mai. Denn niemand weiß, wann Jesus tatsächlich geboren wurde. Das Datum 25. Dezember kam vermutlich aus zwei Gründen zustande: Erstens gilt die Frühlingssonnenwende als Tag der Empfängnis, und die Geburt neun Monate später fällt auf den 25. Dezember. Zweitens brauchte die junge christliche Kirche einen populären Feiertag, wenn sie sich gegen den römischen Staat mit seiner mächtigen Priesterschaft durchsetzen wollte. So beschlossen ein paar hohe Kirchenleute vor etwa 1800 Jahren, den Geburtstag Jesus Christi, der „Sonne der Gerechtigkeit“, am 25. Dezember feierlich zu begehen. Exakt an diesem Tag feierten nämlich auch die Römer einen glanzvollen Geburtstag: den der „Unbesiegbaren Sonne“, womit nicht der Himmelskörper, sondern Kaiser und Staat gemeint waren. Zuerst drang der Weihnachtstermin freilich nicht durch: Manche blieben beim Tag der Taufe Jesus, dem 6. Januar – noch heute ist diese „Großneujahr“ für die orthodoxen Christen wichtiger als das Geburtsfest Jesus.


Erst Kaiser Konstantin der Große legte im Jahre 381 Weihnachten auf den 25. Dezember fest. Weihnachten – ein Fest für alle Menschen, für jung und alt, für arm und reich. Es ist ein ganz besonderes Fest der Freude, der Freude über die Geburt des Christkindes, eine Gelegenheit, Liebe zu zeigen und zu empfangen. Trotz mancher Hektik, die mitunter nicht zu vermeiden ist, sollte die Adventszeit ein Monat der Freude sein. Weihnachten sollte ein Familienfest bleiben. Der spezielle Charakter – neben dem religiösen – liegt vor allem darin, dass dies ein freudiges Ereignis für die Gemeinschaft ist, an dem alle beteiligt sind, und zu dem ein jeder seinen Teil, und sei er noch zu klein, beiträgt. Wir Greesberger hielten traditionell in der ersten Adventswoche unsere Weihnachtsfeier ab.


Besinnliche Momente sind ja in unserer heutigen Zeit eher selten geworden. Bei einem weihnachtlichen Menu verbrachte man in gemütlicher Runde ein paar beschauliche Stunden im Kreise lieber Vereinsmitglieder. Im festlich, weihnachtlich geschmückten Casino wurde Senator Herbert Hoven für seine 50jährige Mitgliedschaft bei den Greesbergern geehrt, welches mit einer Urkunde attestiert wurde. Eine weitere Ehrung erhielt Senator Wolfgang Göldner für 40 Jahre Mitgliedschaft und gleichzeitig Senator der Gesellschaft. Geschäftsführer Georg Steinhausen hielt eine etwas eher lustige, aber weihnachtliche Rede über die Heilige Familie, die sich auf dem Weg nach Bethlehem begab. Zur späten Stunde wünschte Präsident Detlef Kramp noch allen ein besinnliches Weihnachtsfest und die besten Wünsche für das kommende Jahr.
Fotos: Christian Böhm,  Peter Knäbel
 
Text: Georg Steinhausen