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Was vor 1852 war... Zu allen Zeiten haben sich die Menschen gefreut, wenn der Winter ging und das Frühjahr kam. Früher sicherlich noch mehr als heute, als es noch kein elektrisches Licht, Zentralheizung und andere Annehmlichkeiten unserer Zeit gab. Zu allen Zeiten haben die Menschen versucht, den Alltag hin und wieder zu unterbrechen, um zu feiern. Nun, die Rheinländer mit ihrem natürlichen Frohsinn brauchte man noch nie zur Feier zu tragen. Eher schon zur Arbeit. Geister und Dämonen bevölkerten in der Vorstellung unserer Ahnen die dunklen Winternächte. Mit gräßlichen Fratzen und Hörnern machten sie Angst. In der Vermummung fanden die Altvorderen Kraft, dem Bösen entgegenzutreten. Zugleich waren diese Bräuche symbolische Handlungen der Fruchtbarkeitsriten. Die Menschen glaubten, so die Natur zu neuem Leben zu erwecken und Unheil abwenden zu können. Diese Bräuche verloren ihren vormaligen heidnischen und später religiösen Charakter, nachdem sich das Christentum durchgesetzt hatte. So fällt der Beginn der Fastenzeit mit dem Ende des Winters zusammen. Damit gab es gleich zwei Gründe zu feiern. So kam es zum Fastelovend, dem Abend vor dem Beginn des Fastens. Cäsarius von Heisterbach 1180 – 1240) berichtete von Taumel und Gelagen von Männern in der Stadt Köln vor Beginn des Fastens. In Chroniken und Berichten wird immer wieder über den Fastelovend in den folgenden Jahrhunderten berichtet. Im stetigen Auf und Ab der Geschichte wird von Verboten und Einschränkungen des Fastelovendstreibens berichtet, wenn wieder einmal kein Ende gefunden wurde, wenn Verrohungen, Übertretungen von geschriebenen und ungeschriebenen Gesetzen aufgetreten waren. Heute wird im Hochdeutschen das Wort „Karneval“ für den Fastelovend verwendet. Professor Dr. Adam Wrede leitet das Wort vom lateinischen „carne vale“ (Fleisch lebe wohl) ab. Er verwirft die andere Deutung „carrus navalis“ (Schiff auf Rädern). Wie auch immer: der Kölsche feiert Fastelovend. In Köln gab es fünf Bauernbänke: St. Severin, Schaafenstraße, Weyerstraße, Friesenstraße und Eigelstein. Wobei die 1391 gegründete Bauernbank Eigelstein die größte und einflussreichste war. Dabei handelte es sich um eine Art Berufs- oder Wirtschaftsverband, einer Gilde. Sie vertraten die Interessen der Mitglieder, verteilten Weideland, regelten Streitigkeiten und sorgten für Ordnung. Mitglied konnte nur werden, wer Besitz und einen guten Leumund hatte. Er gehörte nach damaligen Maßstäben damit dem Mittelstand an. Vorsitzender war der Bauernmeister. Seit jeher pflegten die Bauernbänke eine enge Verbindung zu den Pfarreien in ihrem Sprengel. Daraus und aus einem anderen religiösen Verständnis ergaben sich eine Reihe Bräuche, die in der einen oder anderen Form in ländlichen Gegenden vielfach heute noch ausgeübt werden. Eine dieser Riten ist die Bitte um gutes Wetter für das Wachsen und Gedeihen der Feldfrüchte. Es ist die Hagelmesse, vielerorts werden immer noch als Hagelprozession begangen. Die erste Hagelmesse im Kölner Norden ist für 1668 nachgewiesen. Ein anderer Brauch forderte von den Mitgliedern Anwesenheitspflicht, wenn einer ihrer Genossen zu Grabe getragen wurde. Wer ohne einen handfesten Grund diesen Termin versäumte, musste mit einer Strafe rechnen. Fast
hätte es während der Besetzung des Rheinlandes durch die Franzosen
unter Napoleon im Jahre 1798 ein Aus für die Bauernbänke gegeben.
Auch die Preußen verboten die Gilden 1814. Dass die Verbote ein
Schuss in den Ofen wurden, ist auf die Zähigkeit der schlitzohrigen
Bauern zurückzuführen. Ihre Zünfte wurden weiter geduldet,
wenn auch nur stillschweigend. Letztlich stellten sie einen, wie die
Behörden schnell erkannten, unverzichtbaren Ordnungsfaktor dar. |
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So kam es zum Namen Der Name „Greesberg“ ist eine Flurbezeichnung, wie man sie vielerorts findet und wie sie heute noch als Bezeichnung für Straßen, Flure und Orte geläufig ist. „Greesberg“ wird von „Griesberg“, einer Anhöhe aus sandig-körnigem Boden, abgeleitet. Im Mittelhochdeutschen kommt das Wort als „Griez“ vor. Der Name war in Gegenden häufig, in denen Sandgruben von fruchtbaren Ackerböden umgeben waren. Das war nachweislich vor den Toren Kölns so, wo sich ein Sandberg neben einer Grube auftürmte, im heutigen Vorort Esch, in Kommern, in der Eifel und im Burscheid im Bergischen Land, in dem es eine Griesberger Straße gibt. Die Menschen, die das Land in Köln und im nördlichen Umfeld der Stadt bewirtschafteten, waren Kohlbauern (Kappesboore). Sie wurden „Greesberger“ genannt. Eben wegen den kiesigen Stellen. In Köln ist mit der Greesbergstraße, nahe der Eigelsteintorburg der Name festgehalten. Einer unbestätigten Deutung zufolge, sind die Stadtfarben rot und weiß vom „rude un wieße Kappes“ beeinflusst, der damals im Umfeld der Stadt reichlich angebaut wurde. Naheliegend wäre es bei der Ausbreitung Kölns in das Greesberger Feld gewesen, einen der neuen Stadtteile, ähnlich wie Mauenheim, Köln-Greesberg zu nennen. Jedoch fand dieser Vorschlag des ehemaligen Pfarrers Peter Schreiber beim damaligen Stadtrat kein Gehör. Eine solche Gelegenheit gab es in unserer Zeit erneut, als der Name des linksrheinischen Merheim durch Weidenpesch ersetzt und ein neuer Vorort Chorweiler benannt wurde. |
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Die Reformation des Karnevalstreibens Nach dem Abzug der Franzosen im Jahr 1814 aus dem Rheinland kam die Stadt Köln zum Preußischen Staat. Es war eine recht traurige Zeit für das tolle Treiben. Armut und Hunger, die Folgen der langen Kriegs- und Besatzungszeit, wirkten sich an den Karnevalstagen durch allerlei Unfug, Rohheit und Zügellosigkeit derart ungünstig aus, dass es mit der einstigen berühmten harmlosen Gemütlichkeit aus zu sein schien. Angesehene Kölner Männer waren es, die sich gegen Ende des Jahres 1822 zusammenfanden und berieten, wie man das Fastnachtstreiben und den Maskenzug wieder in geordnete Bahnen lenken könne, um das alte Volksfest vor dem Untergang zu bewahren. Es wurde ein „Manifest“ verfasst, in dem die Notwendigkeit einer Reform des Volksfestes entwickelt wurde. Die Kölner Bürgerschaft wurde Anfang 1823 zu einer „Generalversammlung“ eingeladen. Hier entstanden die Begriffe „Festordnendes Komitee“ , „Großer Rat“ , „Kleiner Rat“. Es war der Start einer Organisationsform, wie sie heute noch in den Grundzügen besteht. Gleich der erste Maskenzug 1823 war ein Aufsehen erregendes Ereignis. Die Generalversammlungen, die Vorläufer der heutigen Sitzungen, waren als Neuerung ein voller Erfolg. Der reformierte Karneval hatte in ganz Deutschland ein hohes Ansehen. Nach Jahren des festlichen Glanzes gab es aber wieder eine Abwärtsbewegung. Meinungsverschiedenheiten mit den Behörden und untereinander, Spaltungen und politische Verwerfungen gefährdeten das Volksfest.
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Die Gründung der „Carnevals-Gesellschaft“ In dieser Zeit der Wirrnisse geschah es dann, dass sich ein damals geachteter Berufsstand, nämlich die Kölner Kappesboore aus dem Norden Kölns zusammenfanden, um dem drohenden Verfall des Fastelovends entgegenzutreten. Sie wollten Fastelovend feiern, frei von persönlichen, politischen und gesellschaftlichen Ränken. Angesehene Männer des Standes der Boore trafen sich zu diesem Zweck im Brauhaus „Em halve Mond“ auf dem Eigelstein Nr 90. Sie gründeten eine Karnevals-Gesellschaft, der sie den Namen „Carnevals-Gesellschaft Greesberger“ gaben. Die Eigelsteiner Bauernbank hat viele Jahrzehnte das Leben im Norden des alten Kölns geprägt. Ihre Versammlungsorte waren die Eigelstein-Torburg und die Patronatskirche St. Kunibert am Rheinufer. Nur zwei Namen sind aus der damaligen Zeit noch bekannt, die der letzten Bauernmeister Christian Assenmacher und Hilarius Fischer. Ob sie 1852 an der Gründung beteiligt waren, weiß man nicht. Möglich ist dies, da sie als einflussreiche Persönlichkeiten der Stammtischrunde angehört haben dürften. Das Hausschild des Gründungslokals, der halbe Mond mit dem Greesbergmännchen im Sonntagsstaat wurde als Vereinssiegel übernommen. Heute, nach 150 Jahren ist es immer noch das Emblem der Greesberger. Ergänzt durch die begleitenden drei Kronen der Stadt Köln. Die Kronen sollen die Verbundenheit mit der Stadt Köln darstellen. Leider
gibt es aus der Gründerzeit nur wenige Dokumente und Hinweise.
Ob es Präsidenten im heutigen Sinne gegeben hat, ist ungewiss.
Jedenfalls sind keine Namen bekannt. Die Anführer hießen
die „Ovverdöhner“. Einmal mit dem Zusatz die „zeitigen“,
die „1858er“, die „zeitigen und unvermeidlichen“,
die „11 Ovverdöhner“ oder die „zickigen“
(zeitigen) Ovverdöhner“. Hier ist die Verbindung zu den Bauernbänken
hergestellt, deren Anführer „Ovverdöhner“ hießen.
Übersetzt bedeutet dies soviel wie Baas, Obmann oder Vorsitzender.
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Mitreißender Beginn Nach der Gründung muss es wohl richtig rund gegangen sein. Sofort waren die Greesberger beim Rosenmontagszug dabei. Der Zulauf zu den Veranstaltungen war so groß, dass „Em halve Mond“ zu klein wurde und Veranstaltungen in den „Alten Kuhberg“ in der Schnurgasse verlegt wurden. Aus den wenigen erhaltenen Zeugnissen ist zu schließen, dass die ersten zehn bis fünfzehn Jahren eine gute und erfolgreiche Zeit der Greesberger war. Die einst freie Reichstadt Köln hatte in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts 92.000 Einwohner, die allerdings karnevalistisch sehr aktiv gewesen sein müssen. Wie anders sollte man es bewerten, dass innerhalb der Stadtmauern 31 Karnevalsvereine agierten. Diese Zersplitterung in eine Vielzahl von Gruppen und Grüppchen auf so engem Raum tat dem Karneval, wie sich schnell zeigte, keineswegs gut. Nur drei der Alt-Gesellschaften haben bis auf den heutigen Tag überlebt: die „Große von 1823 Karnevalsgesellschaft e.V“. die „Kölsche Funke rut-wieß von 1823 e.V“. und die „Große Karnevals-Gesellschaft Greesberger e.V. Köln von 1852".
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Un dann ess et Zick, ehr Greesberger,
Zu dieser Zeit war der Karneval vornehmlich ein Fest der kleinen Leute. Und reine Männersache. Doch schon 1856 bereiteten die Greesberger Frauen ihre närrische Emanzipation vor, allerdings nicht mit dem Knalleffekt, mit dem berühmte Frauen des gleichen Jahrhunderts auf das weibliche Wesen als denkenden Menschen aufmerksam zu machen versuchten. Die Frauen aus dem Eigelstein-Viertel gingen die Sache in Ruhe an, dafür aber um so beharrlicher. Sie wollten nicht einsehen, dass sich ihre Männer in den tollen Wochen allein vergnügten. Was lag da näher, als die Gründung eines Damenkomitees. Seit 1856 sind die Greesberger eine Familiengesellschaft, die erste in Köln überhaupt. Dass an manchen der damaligen Sitzungen Frauen teilnahmen, war keineswegs selbstverständlich. Im Gegenteil, sagt doch ein Kölner Spruch: „Wer sing Frau ärch jän hät, dä liet se derheim“. Dafür hatte die Greesberger Weiblichkeit ganz und gar kein Verständnis. Ihre Einladung ist erstmals in einer Zeitungsanzeige vom 27. Januar 1856 dokumentiert. Für diesen Abend ludt die Gesellschaft zu einem Maskenfest in den zu einem „Feentempel“ gestalteten Saal „Zum alten Kuhberg“ in der Schurgasse ein. Ausdrücklich weisen die „Ovverdöhner“ in Fettdruck auf das „Große brillante Damen-Comite“ hin. Für die Gestaltung der Anzeige waren eigens Zeichner und Dichter bemüht worden. Die Zeichnung zeigt in einem von von drei Männern gezogenem römischen Gefährt die Dame „Venetia“. Darunter Gedichtszeilen, in denen es heißt: „Der Narr ist nicht gern allein, drum wird heut' die Närrin bei ihm sein". Schon in den Anfangsjahren wurde der erste der inzwischen zu einer stattlichen Kollektion angewachsenen Orden kreiert. Noch erhalten ist ein Orden aus dem Jahr 1856, der sich in der Sammlung des Kölner Stadtmuseums befindet. Zwar wird das Emblem „Männchen im halben Mond“ urkundlich am 6. Januar 1856 durch eine Anzeige in der „Kölnischen Zeitung“ belegt, es war jedoch in dieser Zeit noch nicht Bestandteil des jährlichen Ordens. Eine Besonderheit nach der Session ereignete sich am 5. Februar 1856. Die Kavalleristen versteigerten auf dem Augustinerplatz meistbietend ihre Pferde. Der Erlös der Versteigerung wurde zum Kauf neuer Pferde für die nächstjährige Session zurückgelegt. Heute werden die Pferde für den Rosenmontagszug angemietet.
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Heute, den 5. Februar, Die Ovverdöhner. °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
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Die ruhige Zeit Zu einem großen Knatsch kam es 1865. Der Stadtrat plante sich vom Rosenmontagszug zu verabschieden und den bis dahin üblichen Zuschuss zu streichen. Sein Argument: „Das Fest ist veraltet und der Stadt nicht mehr würdig“. Aus und vorbei? Ganz gewiss nicht. Die Ratsherren hatten die Liebe der Kölner zu ihrem Fest unterschätzt. Die Bürger liefen Sturm und konterten: „Karneval ist ein Volksfest, das an den Hauptfesttagen viele Menschen in die Stadt zieht und die Kassen klingeln lässt“. Der Karneval ist bis heute eine Attraktion geblieben.
Dass die Gesellschaft fast zwei Jahrzehnte eine ruhige Kugel geschoben hat, ist wohl in erster Linie erster Linie auf Zwistigkeiten und Auswüchse zurückzuführen, die das karnevalistische Leben lähmten. Mit ihren in dieser Zeit auf kleinere Zusammenkünfte beschränkten Aktivitäten blieben wenige Getreue unter sich und bereiteten sich auf neue Taten vor.
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Der Neubeginn Im Herbst 1882 starteten die närrischen Akteure erneut durch. Im Lokal Mathias Nettesheim in der Weidengasse wurde der Neubeginn beschworen. Treibende Kraft war Präsident Jean Floßdorf. Mit der Zuversicht, dass die Greesberger nicht untergehen würden, baute mit einer kleinen Schar Aktiven ein neues Fundament. Es dauerte nicht lange, bis die Gesellschaft wieder zur Elite des Kölner Karneval zählte, allerdings mit der stärkeren Betonung auf Familiengesellschaft. Sitzungen mit Damen traten immer häufiger an die Stelle der früher überwiegenden Herrensitzungen. Zugleich drang die Gesellschaft mehr und mehr aus dem Viertel in die Innenstadt vor. Dies war ein Zeichen steigender Beliebtheit. Der Hansasaal in der Weidengasse war zu klein geworden, so dass man sich nach einem neuen Domizil umsehen musste. Die Wahl fiel auf den renomierten „Fränkischen Hof“. Das in gotischem Stil erbaute Haus – zu dieser Zeit katholisches Vereinslokal – galt bei den Bürgern der Stadt als beliebte Stätte der Begegnung und hatte einen ausgezeichneten Ruf. Mit Gastronomie, Kegelbahn und einem großen Saal war es allgemein ein gesellschaftlicher Mittelpunkt, in dem regelmäßig auch außerhalb der Sessionen Veranstaltungen wie Bälle, Konzerte und Versammlungen stattfanden. °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Wer Mucker und wer Grübelkopf, °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°° „Allen Wohl und niemand Weh“ ist das Motto der Gesellschaft, dem sich die Präsidenten verpflichtet fühlten und fühlen. Die erhalten gebliebenen Orden und Präsidentenketten aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg sind Beweisstücke eines bedeutenden Abschnitts in der Geschichte der Greesberger. Jean Floßdorf ist der erste namentlich bekannte einer seit 1882 bis heute 20 Präsidenten umfassenden Liste. Als er 1886 aus beruflichen Gründen Köln verließ, war dies für die Greesberger ein großer Verlust, zumal er in der damaligen schwierigen Zeit mit viel Elan den Neuanfang bewältigt hatte. Vermutlich entstand in seiner Ära der erste Orden mit dem „Männchen im halben Mond“, das von nun an in Anlehnung an das Gründungslokal alle Greesberger Orden zieren sollte.
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Die „große“ Zeit. Nach dem Weggang von Jean Floßbach ließen die Narren aus dem Kölner Norden nicht lange die Köpfe hängen. Von 1887 bis 1890 führte Jean Jörrissen das Zepter, der als begnadeter Karnevalist in der Geschichte des Kölner Karnevals einen Ehrenplatz einnimmt. An dieser Stelle gilt es, über eine Episode zu berichten, die sich in der Session 1890 ereignete. Erstmals nahm der Kölner Oberbürgermeister Wilhelm Becker an einer Sitzung der Greesberger teil. Alaaf, Rakete und Verleihung des ersten Gesellschaftsordens mit dem „Männchen im halben Mond“. Soweit, so gut. Als „dä Lang“, wie Becker wegen seiner Größe genannt wurde, am Ende der Sitzung seinen zuvor dem Saaldiener ausgehändigten Überrock zurückhaben wollte, war das gute Stück unauffindbar. Und der Saaldiener, wohl schon vom Alkohol besäuselt, konnte keine Auskunft über den Verbleib geben. Der Oberbürgermeister musste wohl oder übel ohne den Überrock abziehen. Tage später wurde der Rock im Garderobenschrank des Präsidenten gefunden. Das Stadtoberhaupt nahm es mit Humor. Das Ende der Geschichte wird in einer älteren Schrift dokumentiert: „Exzellenz Becker hat die Kölner oft mit Steuern ausgezogen, warum sollten die Greesberger nicht auch ihn einmal ausziehen?". Karneval und Schauspielerei sind eng miteinander verwandt, schlüpft doch der Narr in der Fastelovendszeit aus seinem Alltagsgewand in das Narrenkostüm. Dass den Greesbergern das Schauspiel-Metier nicht fremd war, bewiesen sie in der Damensitzung am 9. Februar 1890 mit der einaktigen Operette „Ein raffinierter Schwindler“. Als Akteure standen Mitglieder der Gesellschaft „Närrische Meistersinger“ auf der Bühne.
Ein Protokoll von 1900 / 1901 beleuchtet die Intensität, mit der die Greesberger am närrischen Geschehen beteiligt waren. Sie veranstalteten damals sieben Sitzungen und zwei Maskenbälle, die sich durch „durch echt kölschen und übersprudelnden Humor“ auszeichneten. Von Anton Siepen wird berichtet, dass er während der Session meist auf Achse war und zu Hause nur noch eine Art „möblierter Herr“ gesehen wurde. Er übergab 1900 aus Krankheitsgründen das Narrenzepter an seinen Vize Willy Paffenholz. Inzwischen hatte die Gesellschaft mehr als 200 Mitglieder. In einer Veröffentlichung von 1900 / 1901 heißt es: „"Die Gesellschaft steht heute ( im Kölner Karneval ) an hervorragender Stelle und beteiligt sich Jahr um Jahr in bester Weise am Rosenmontagszug." Präsident Willy Paffenholz erwies sich als ein fantasiereicher Organisator. Bei der Übernahme der Präsidentschaft war er längst stadtbekannt als einer der einfallsreichsten Büttenredner seiner Zeit. Er galt als Glanzpunkt des Sitzungskarnevals. Seine Talente kamen ihm als Präsident gut zustatten. In einem Protokoll von 1901 heißt es denn auch: „Was die Zahl der Besucher betrifft, so überschritt sie die ( der Sitzungen ) früherer Jahre um ein ganz Bedeutendes, so daß der große Saal des Fränkischen Hofes bei den meisten Veranstaltungen überfüllt war. Das finanzielle Ergebnis war ein sehr günstiges und zufriedenstellendes, und daher kann die Gesellschaft mit froher Zuversicht der Zukunft entgegensehen."
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Die „große“ Zeit. Nach dem Weggang von Jean Floßbach ließen die Narren aus dem Kölner Norden nicht lange die Köpfe hängen. Von 1887 bis 1890 führte Jean Jörrissen das Zepter, der als begnadeter Karnevalist in der Geschichte des Kölner Karnevals einen Ehrenplatz einnimmt. An dieser Stelle gilt es, über eine Episode zu berichten, die sich in der Session 1890 ereignete. Erstmals nahm der Kölner Oberbürgermeister Wilhelm Becker an einer Sitzung der Greesberger teil. Alaaf, Rakete und Verleihung des ersten Gesellschaftsordens mit dem „Männchen im halben Mond“. Soweit, so gut. Als „dä Lang“ , wie Becker wegen seiner Größe genannt wurde, am Ende der Sitzung seinen zuvor dem Saadiener ausgehändigten Überrock zurückhaben wollte, war das gute Stück unauffindbar. Und der Saaldiener, wohl schon vom Alkohol besäuselt, konnte keine Auskunft über den Verbleib geben. Der Oberbürgermeister musste wohl oder übel ohne den Überrock abziehen. Tage später wurde der Rock im Garderobenschrank des Präsidenten gefunden. Das Stadtoberhaupt nahm es mit Humor. Das Ende der Geschichte wird in einer älteren Schrift dokumentiert: „Exzellenz Becker hat die Kölner oft mit Steuern ausgezogen, warum sollten die Greesberger nicht auch ihn einmal ausziehen." Karneval und Schauspielerei sind eng miteinander verwandt, schlüpft doch der Narr in der Fastelovendzeit aus seinem Alltagsgewand in das Narrenkostüm. Dass den Greesbergern das Schauspiel-Metier nicht fremd war, bewiesen sie in der Damensitzung am 9. Februar 1890 mit der einaktigen Operette „Ein raffinierter Schwindler“. Als Akteure standen Mitglieder der Gesellschaft „Närrische Meistersinger“ auf der Bühne.
Ein Protokoll von 1900 / 1901 beleuchtet die Intensität, mit der die Greesberger am närrischen Geschehen beteiligt waren. Sie veranstalteten damals sieben Sitzungen und zwei Maskenbälle, die sich durch „durch echt kölschen und übersprudelnden Humor“ auszeichneten. Von Anton Siepen wird berichtet, dass er während der Session meist auf Achse war und zu Hause nur noch eine Art „möblierter Herr“ gesehen wurde. Er übergab 1900 aus Krankheitsgründen das Narrenzepter an seinen Vize Willy Paffenholz. Inzwischen hatte die Gesellschaft mehr als 200 Mitglieder. In einer Veröffentlichung von 1900 / 1901 heißt es: „"Die Gesellschaft steht heute ( im Kölner Karneval ) an hervorragender Stelle und beteiligt sich Jahr um Jahr in bester Weise am Rosenmontagszug." Präsident Willy Paffenholz erwies sich als ein fantasiereicher Organisator. Bei der Übernahme der Präsidentschaft war er längst stadtbekannt als einer der einfallsreichsten Büttenredner seiner Zeit. Er galt als Glanzpunkt des Sitzungskarnevals. Seine Talente kamen ihm als Präsident gut zustatten. In einem Protokoll von 1901 heißt es denn auch: „Was die Zahl der Besucher betrifft, so überschritt sie die ( der Sitzungen ) früherer Jahre um ein ganz Bedeutendes, so daß der große Saal des Fränkischen Hofes bei den meisten Veranstaltungen überfüllt war. Das finanzielle Ergebnis war ein sehr günstiges und zufriedenstellendes, und daher kann die Gesellschaft mit froher Zuversicht der Zukunft entgegensehen." 50 Jahre Greesberger Mit Glanz und Gloria wurde 1902 das 50-jährige Bestehen gefeiert. Willy Paffenholz war der Dirigent. Er brachte es fertig, die schöpferischen Kräfte der Gesellschaft für die umfangreichen Vorbereitungen und die Gestaltung der Jubelfeier zu gewinnen. Das unterstrich der Rosenmontagszug einmal mehr. „Meister Wilhelms Lehr- und Wanderjahre“ lautete der Titel des prunkvollen Festwagens. Er karikierte den Kölner Oberbürgermeister Wilhelm Becker und wies auf seine bisherigen Wirkungsstätten mit einem Dortmunder Bierfass, einem Düsseldorfer Senftopf und einer Flasche Kölnisch Wasser hin. Der Festwagen kostete die stattliche Summe von 1000 Mark. Das Jubelfest endete mit einem Schock, der den Greesbergern noch lange zu schaffen machte. In der Nacht zum Aschermittwoch brannte der „Fränkische Hof“ bis auf die Grundmauern nieder. Dabei wurde das in vielen Jahren angesammelte Eigentum ein Raub der Flammen. Kaum war dieses Ereignis einigermaßen überwunden, mussten sie feststellen, dass der junge, dynamische Präsident aus Krankheitsgründen eine Paus einlegen musste. "Wenn auch das Narrenschifflein in allen Fugen zitterte“ , steht in einem vergilbten Blatt von 1907, so führte der neue Präsident Heinrich Büttgenbach doch mit starker Hand das Ruder getreu dem Motto: „Niemals zum Troor geit dä Humor dem Greesberger Boor." Der genesene Willy Paffendorf stand pünktlich am 11. 11. 1908 wieder auf der Matte. Für den Kölner Karneval war dies das Ereignis der Session. In einem Extrablatt der „Kölnischen Zeitung“ wird die Rückkehr besonders gewürdigt. So ist von einer „freudigen Erregung“ der Bevölkerung die Rede. Doch die Freude währte nicht lange. Anfang November 1909 starb Willy Paffenholz. Noch einmal, beim Begräbnis, des erst 42jährigen, wurde seine Beliebtheit deutlich. Eine große Trauergemeinde begleitete ihn zu seiner letzten Ruhestätte.An dieser Stelle möchten wir aus einer Chronik zitieren: „Willy Paffenholz hat die Karnevals-Gesellschaft auf einen Höhepunkt gebracht und ihr wieder einen würdigen Platz in der ersten Reihe der Kölner Gesellschaften verschafft. Er wird als treuer Freund und vorzüglicher Leiter der Gesellschaft in unseren Herzen fortleben.
Mit ihren Vizepräsidenten hatten die Greesberger über Jahre
hinweg großes Glück. Nach Willy Paffendorf trat mit Josef
Adler ein Vize ins Rampenlicht, der in seiner 19-jährigen Amtszeit
nicht nur für Beständigkeit sorgte. Vielmehr brachte er die
Greesberger in eine so herausragende Position, dass ohne sie im Kölschen
Fastelovend nichts mehr ging. Dabei kamen Freundschaften zustande, wie
beispielsweise mit der „Großen Kölner“ und der
„Leibgarde des Prinzen Karneval“. Auch die Spitzen der Stadt
waren oft und gern gesehene Gäste. Beweglich, wie die Gesellschaft nun einmal ist, musste sie 1914 erneut das Tagungslokal wechseln. Der liebgewonnene „Fränkische Hof“ packte die zunehmenden Besucherscharen nicht mehr. Mit ihrem Umzug in den größeren „Viktoriasaal“ am Waidmarkt waren die „Nordlichter“ auf ihrer Wanderung durch die Stadt fast in der Südstadt angelangt, nämlich am Endpunkt der aus dem südlichen Köln kommenden Severinstraße. Dokumentiert haben sie den Umzug auf dem Orden der Session. Als
Präsident Adler 1914 in der Abschlusssitzung seinen Getreuen zurief:
„Auf Wiedersehen im nächsten Jahr!“ wusste niemand,
dass dem Karnevalsgeschehen wegen des im gleichen Jahr beginnenden Ersten
Weltkrieges ein Schlusspunkt gesetzt würde. Daran änderte
sich in der durch Not und englische Besatzung gekennzeichneten Nachkriegsjahren
zunächst nichts. Der Fastelovend blieb verboten.
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Zwischen den Kriegen - wieder ein Neubeginn Wie schon die Bauernbänke sich Jahrzehnte zuvor gegen die französische Besatzung und die Preußen durchgesetzt hatten, so ließen sich auch diesmal die Kölner nicht entmutigen. Das traditionelle städtische Volksfest wollten sie sich nicht vermiesen lassen. Hinter verschlossenen Türen, erinnerte sich Ehrenmitglied Josef Siepen, trafen sich die Aktiven zu Versammlungen und „familiären“ Festivitäten, während die Jugend insgeheim in kleinen Kreisen das Maskentreiben wieder aufleben ließ. Es machte einen Riesenspass, Besatzung und Behörden zu hintergehen oder ihnen - wie man in Köln sagt - eine lange Nase zu zeigen. 1925 war es endlich soweit. Sitzungen und Bälle durften wieder veranstaltet werden, während der Rosenmontagszug und andere närrische Umzüge verboten blieben. Mit
der Aufhebung des Verbots für den Sitzungskarneval ging ein Aufatmen
durch die Bevölkerung. Es wurde kräftig in die Hände
gespuckt. Trotz der Not, die der verlorene Krieg gebracht hatte, wagte
man einen neuen Anfang. Die Wiedergeburt des öffentlichen Narrentreibens
war zugleich die um zwei Jahre verspätete 100-Jahr-Feier des organisierten
Kölner Karnevals, In einer Festschrift von 1926, erschienen im Greven-Verlag, schreibt Rektor Heinrich Hack euphorisch: Als in der ersten Sitzung der Präsident mit dem kleinen Rat den Saal betrat, brach ein Jubel los, wie er mächtiger nicht hätte sein können. Die erste Begrüßung war vorüber, da betrat eine durch einen weiten Mantel verhüllte Gestalt das Podium und sprach zu der Narrenschar; als der Mantel fiel, da sah man in seinem Prachtgewand den Herrscher des Frohsinns – „Prinz Karneval“ , dargestellt vom Schriftsteller Heinz Johnen. Das Programm der Session 1925 / 26 war ein Paukenschlag. Die Kölner stürzten sich mit fast überschäumender Begeisterung in das Fastelovendstreiben. Die wiedererstandenen Gesellschaften hatten viel zu bieten: Sitzungen, Maskenbälle und Kostümfeste. Von 27. Januar bis 13. Februar, dem Ende der Session, ballten sich die Veranstaltungen in einer Massierung wie selten zuvor. 65 Termine zählte der Chronist, allein 11 der „Großen Greesberger“. Sie machten mit dem energiegeladenen Präsidenten Josef Adler ihrem Namen alle Ehre. Gefeiert wurde in Bürgergesellschaft, im „Greesberger Hof“ in der Weidengasse und in den Flora-Festsälen. Beim Fischessen am Aschermittwoch im „Hotel Kronprinz“ in der Bahnhofstraße konnten Präsidium und Vorstand eine erfolgreiche Bilanz vorlegen: überfüllte Häuser überall. Mehr denn je waren die Greesberger ihrem Ruf als Familien-Gesellschaft treu geblieben, war doch nur eine ihrer Sitzungen eine reine Männersache. Heinz Magka beschreibt in der Festschrift zum 100-jährigen Bestehen die erste Sitzung der Session 1925 / 26. Er erlebte sie als „blutiger Laie“. So ganz Laie kann er allerdings nicht mehr gewesen sein, wenn er auch in dieser Sitzung erstmals in die Bütt stieg. Mit der Ermahnung seines Präsidenten: „Jung, pass op, dat es e letschig Pflaster“. Und prompt spielte die Kapelle unter Hermann Schmidt: „Et hät noch immer jot gegange“. Ob dieses Lied den „Frischling“ ermuntert hat, ist nicht überliefert, wohl dies:"Et jing jot“. Heinz Magka bekam seinen ersten Karnevalsorden und hatte auch gleich ein Amt weg. Er wurde Protokollführer. Damals ahnte der smarte Heinz noch nicht, dass er von 1952 bis1957 einmal selbst auf dem Präsidentenstuhl sitzen würde. Die folgenden Jahre wurden als „glanzvoll“ beschrieben. Josef Adler gründete das Greesberger Tanzkorps, das in der Sitzung zum 75-jährigen Bestehen sein Debüt hatte. Es war ein herrliches Bild, das die Jungen, das „Mariechen“ (Heinz Vogel) und die Offiziere in ihren weiß-orangefarbenen friderizianischen Kostümen boten. Ihre für diese Zeit modernen Tänze brachten ihnen einen guten Ruf ein, so dass sie für eine der wichtigsten Veranstaltung der Session, den Dienstagsball des Festkomitees, verpflichtet wurden. Das sahen die traditionellen Korps nicht gern. Um 1936 wurde das Korps zu einer gemischte Tanzgruppe umgestaltet. Tänzer und Tänzerinnen traten jetzt in den Bauernkitteln der Gründer nachempfundenen Kostümen auf. Zweifellos war das Tanzkorps in der alten, wie auch in der neuen Formation bis 1938 ein Glanzpunkt in den Sitzungen und Rosenmontagszügen. Der Wiederbeginn 1925/26 war eindrucksvoll. Doch schon bald erfasste die Wirtschaftskrise das Land. Sie traf die Bürger, die sich gerade erst von den Schrecken des Krieges erholt hatten, wie ein Keulenschlag. Auch den Präsidenten Josef Adler. Nach nahezu zwei Jahrzehnten Präsidentschaft zwangen ihn der wirtschaftliche Niedergang und seine angegriffene Gesundheit sein Amt aufzugeben. Damit verloren die Greesberger eine starke Persönlichkeit, von der sie schweren Herzens Abschied nahmen. Wo war der Karnevalist – möglichst aus den eigenen Reihen – der in seinen Fußstapfen treten konnte. Galt es doch die Gesellschaft sicher durch die krisengeschüttelten Zeiten zu führen. Es zeugt von Gemeinschaftssinn, dass sich ein Mann aus ihrer Mitte bereitfand, das Präsidentenamt zu übernehmen: das bisherige Vorstandsmitglied Heinz Rübsteck. Er sollte mit einer Unterbrechung 18 Jahre Präsident bleiben. Unter seiner Leitung erreichte die Gesellschaft – trotz Not und Krisen – über die Grenzen der Stadt hinaus einen hohen Bekanntheitsgrad. Deutlicher Ausdruck für die Beliebtheit waren die ständig ausverkauften Veranstaltungen. Es sprach sich schnell herum, dass bei den Greesbergern immer etwas los ist. Getreu dem Motto:"Allen wohl und niemandem weh“ boten sie beste Qualität.
"Kölner Karnevalisten revoltieren, Greesberger als Geheimbündler“ , berichtet Chronist Paul Zerlett. In der Tat trafen sich die Präsidenten an einem geheimen Ort, um die „Marschrichtung“ festzulegen. Zum Glück nahm der „Aufstand“ ein gutes Ende: Der Karneval blieb, was er immer war, ein Volksfest, frei von Politik. Bald
kehrte wieder Frieden in der Gesellschaft ein. Damit wurde der Weg frei
für die erneute Präsidentschaft von Karneval verbindet und hat zu vielen Freundschaften geführt. Heinz Rübsteck hatte 1937 die Idee, mit dem Tanzkorps auf der Pariser Weltausstellung für das Kölner Volksfest zu werben. Kölner Karneval in Paris – das war ein Knüller. Der Empfang unter dem Eiffelturm war sehr herzlich. 1938 wurde dem Abstecher an die Seine der Sessionsorden gewidmet. Er zeigte, wie ein Turm des Kölner Doms den Eiffelturm umarmt. Darunter der Spruch: „He gevven Franzmann und Prüssiang en Hätzensfründschaft sich de Häng“. Die damaligen Machthaber indes hielten nicht viel von dieser Art Völkerfreundschaft. Schon 1939 mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges, wurde die zarte Bande zerrissen. Auch für den Karneval gab es ein unmissverständliches Aus.
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Nach 1945 und noch einmal von vorne. 1945, als die Stadt in Trümmern lag, ging es zunächst einmal ums Überleben. Niemand konnte zu dieser Zeit voraussagen, ob das närrische Volksfest jemals wieder die Menschen in Heiterkeit und Frohsinn zusammenführen würde. Nun sind die Kölner keine Kinder von Traurigkeit. Lebensfreude und Humor lassen sie sich nicht nehmen. Die Greesberger schon gar nicht. Seit ihrer Gründung hatten sie schon öfter schwierige Zeiten überstanden, so die Kriege 1866, 1870/71, und 1914/18. Immer sind sie, wie Phönix aus der Asche, wieder erstanden. Ob dies nach dem Inferno des Zweiten Weltkrieges ebenfalls gelingen würde? Am
20. Juni 1947 traf sich eine Handvoll Getreue „Em Wallstüvche“
nahe der heilgebliebenen Eigelstein-Torburg. Ihre Bestandsaufnahme endete
mit einer traurigen Bilanz. Sie besagte nicht mehr und nicht weniger,
als dass bei Null angefangen werden musste. Mut dazu hatten sie, auch
Optimismus. Vizepräsident Jean Gräfen, das ehemalige Vorstandsmitglied
Viele waren aus dem grausamen Krieg nicht zurückgekehrt, andere waren noch in Gefangenschaft oder lebten in anderen Gegenden. Auch der bewährte Präsident Heinz Rübsteck, den der Krieg nach Bielefeld verschlagen hatte. Sie holten ihn heim nach Köln. Wesentlichen Anteil am Wiederaufbau der Gesellschaft hatten Paul Hirsch und seine Brüder Koni und Peter. Wie hieß es doch damals: „Kölsche sin nit kleinzukriege. Fäg der Sturm och drüvver hin, wenn mer jetz em Dreck och lige, blieve mer doch wat mer sin." Bald sagten die Kölner: „Die Greesberger sin widder do!“ Und da Humor in Zeiten der Not die beste Medizin ist, zierten sich auch die Besatzungsmächte nicht. Im Gegensatz zu ihren Kollegen nach dem Ersten Weltkrieg erlaubten sie das kölscheste aller kölschen Volksfeste schon frühzeitig. Anders als in den 20-er Jahren fehlte bei diesem Neubeginn an allem. Ratssilber, Ratsgestühl, Kostüme und Monturen waren restlos vernichtet. Auch in der alten Heimat, der Bürgergesellschaft, stand kein Stein mehr auf dem anderen. Der Kleine Rat unter Präsident Heinz Rübsteck brachte genug Energie auf, um den Wiederaufbau zu bewältigen. Im alten Verkehrslokal, Virnich am Ring, das die Bombardierung einigermaßen überstanden hatte, erlebten am 11. 11. 1947 rund 150 Gäste die erste Nachkriegssitzung, zwar improvisiert, aber ausgezeichnet besetzt. Ein kleiner Anfang, wenn man an die Besucherzahlen von 1000 bis 1100 in den Glanzzeiten denkt. 1950 zogen die Greesberger in den neuen Sartory-Saal in der Friesenstraße um. Nach der Beendigung der Session begannen sie frohen Mutes mit den Vorbereitungen für das 100-jährige Bestehen, das zwei Jahre später fällig war. Aber – heißt es in der Chronik – „mit des Geschickes Mächten ist kein ewiger Bund zu flechten“. Wie wahr, riß der Tod doch während der Festvorbereitungen eine Lücke in die Reihen der Gesellschaft. Er traf einen der Besten, Präsident Heinz Rübsteck. Eine fast endlose Schar Freunde begleitete ihn zur letzten Ruhe im Ehrengrab des Festkomitees auf dem Melatenfriedhof. Die Chronik spricht von „schweren Wochen und Monaten“ , die durchgestanden werden mussten, zunächst ohne Aussicht auf einen Nachfolger. „Wenn dennoch die Jubelsitzung einen glanzvollen Verlauf nahm“ , schreibt Heinz Magka, „so ist das einem Freund zu verdanken, der als Gastpräsident die Sitzung leitete: Thomas Liessem, Präsident der Prinzengarde“. Neben Rat und Senat waren Vizepräsident Jean Gräfen, Geschäftsführer Hans Kohn, Kassierer Heinz Bartscherer, Heinz Magka sowie die Ratsmitglieder Paul Hirsch und Josef Strung unermüdliche Helfer. Unter den Gratulanten sah man Spitzen aus der Politik, aus den Behörden, das Festkomitee Kölner Karneval, Korps und Abordnungen aller Kölner und vieler auswärtiger Gesellschaften. Der Sartory-Saal war buchstäblich überfüllt. Das Jubelfest unterstrich, dass die Greesberger eine starke Stütze des Kölner Karneval geblieben sind. Bei
allem Jubel bereitete die Nachfolgefrage immer noch Sorgen. Sie wurde
erst im Sommer 1952 entschieden. 1957/58 führte Walter Reinartz Regie. Seine Präsidentschaft war nur von kurzer Dauer. Er verunglückte 1958 mit dem Motorrad tödlich.
Stimmungskanone Herbert Limbach Man sagt, Geld regiert die Welt. Auch der Karneval ist nicht zum Nulltarif zu haben. Die jährliche Session – das ist unbestritten – kostet die Gesellschaften viel Geld, bringt aber auch Geld in die Kassen. Was aber wäre der Fasteovend, wenn es keine opferbereite Idealisten gäbe? Einer von vielen, allerdings mit herausragendem Talent, war Herbert Limbach, der 1958 Präsident wurde. Ein Jahr zuvor war er zu den Greesbergern gestoßen. In der folgenden Session amtierte er bereits als Sitzungspräsident. Herbert Limbach war im Kölner Karneval kein unbeschriebenes Blatt. Mit seinen Ideen hat er dem närrischen Treiben neue Impulse gegeben. Er ist der Vater der Hausfrauennachmittage; den ersten veranstaltete er Bereits 1949 für die Leserinnen der „Kölnischen Rundschau“. Sitzungen mit Damen – das war seit Jahrzehnten gang und gäbe, aber Sitzungen nur für Frauen waren ein Novum. Man sieht die Alt-Karnevalisten die Stirn in Falten legen. Dieses neue Kapitel im Kölner Karneval war ihnen nicht so ganz geheuer, obwohl Fastelovend von immer neuen Ideen lebt. Natürlich waren die Frauen begeistert, hatten sie doch endlich der bisherigen Männerbastion etwas Gleichwertiges entgegenzusetzen. Und dazu hatte ihnen ausgerechnet ein Mann verholfen. Auf den Damensitzungen, wie die Hausfrauennachmittage heute genannt werden, ist immer die beste Stimmung zu finden. Heute gibt es kaum eine Gesellschaft die keine Damensitzungen veranstaltet. Sie sind ein fester Bestandteil des Sitzungskarnevals geworden. Die Frauen haben nicht als Publikum die Säle erobert, sondern sie stehen auch als Karnevalistinnen auf der Bühne. Unter der Leitung vorn Herbert Limbach ging die Gesellschaft weiter auf Expansionskurs. Er erweckte das Reiterkorps zu neuem Leben, das nach Kriegsende noch nicht wieder in Tritt gekommen war. Als Mitbegründer und Förderer der Reitergruppe trat Vizepräsident Paul Overzier, selbst aktiver Pferdesportler, in das Rampenlicht. Im Rosenmontagszug 1970 stellte sich das Korps der Öffentlichkeit vor und knüpfte damit an die Tradtion des Jahres 1854 an, in dem zum ersten Mal die Greesberger-Reiterei an einem Rosenmontagszug teilnahm. Ebenso verdankte die Gesellschaft Herbert Limbach ihre Heimstatt, das Casino „Gaffel am Zeughaus“ in der Komödienstraße. Was Herbert Limbach so alles auf die Beine stellte beweist unter anderem das Greesberglied. Der von Herbert Limbach getextete und von seinem Freund Karl Berbuer vertonte Büttenmarsch „Op noh´m Greesberg“ ist heute die „Erkennungsmelodie“ der Greesberger. Herbert Limbach, der bis 1986 im Amt war, wurde für seine Verdienste zum Ehrenpräsidenten ernannt. Ehrenratsherr Otto Ingenerf, Archivar und einer der besten Kenner der Vereinsgeschichte, bezeichnet Herbert Limbach als einen Glücksfall für die Greesberger. In der Tat konnte er als Präsident bei seinem Abschied im Jahre 1986 auf die längste und wohl auch erfolgreichste Amtszeit zurückblicken. Dabei wurde er zeitweilig von so tatkräftigen Helfern unterstützt wie Georg Bay, Dr. Paul-Heinz Overzier, Hans Wendel, Jupp Dohmen und Jupp Siepen. Viele Pläne, unter anderem die Beteiligung am Rosenmontagszug 1977, wären fast zerplatzt wie eine Seifenblase, hätte nicht der Gemeinschaftsgeist im letzten Augenblick eine Lösung zustande gebracht. Im Juli 1974 krachte die Hausbank der Greesberger zusammen. Über Nacht waren sie arm wie eine Kirchenmaus geworden. Ihr „Finanzpolster“ betrug sage und schreibe 11,45 Mark in der Portokasse. Was tun? Plakate und andere Drucksachen waren bestellt und mussten bezahlt werden. Die Rettung brachte ein Herrenabend im Wochenendhaus des Ehrenratsherrn Karl-Heinz Rosenbaum. Hier wurden Bausteine mit dem Erfolg verkauft, dass die Börsen der Teilnehmer leichter wurden und die Kasse der Gesellschaft um über 7000 Mark reicher. Während Herbert Limbach vorübergehend pausierte, lag das Narrenzepter in den Händen von Rolf Lück (1969/70). Noch zwei Perioden (1970–1977 und 1982–1986) musste Herbert Limbach auf den Präsidentenstuhl, bis er endlich in den karnevalistischen „Ruhestand“ trat. Zwischendurch (1978–1982) war Helmut Mosczinsky der „Chef“, der sich bereits beim Wiederaufbau der Gesellschaft in den ersten Nachkriegsjahren bewährt hatte. Schon 1958/59 Vorstandsmitglied und zuvor ein äußerst rühriger Senatspräsident, mit vielen neuen Ideen, trat er mit großem Engagement die Präsidentschaft an. Er entwickelte sich in dieser Zeit sozusagen zum „Mann für alles“ , zumal er gleichzeitig verschiedene Ämter betreute. Seine großen Pläne konnte er wegen eines Unfalles im Jahre 1982 nicht alle realisieren. An ihn erinnert unter anderem die von ihm gegründete Spielgemeinschaft „Junge us der Greesbergstroß." Mit Dr. Werner Becker übernahm 1986 (-1988) ein Außenstehender das Greesberger Narrenzepter. Bilanziert man seine Amtszeit, so kann man sagen, dass es längere Zeit dauerte, bis sich die Mitglieder an seine Art gewöhnt hatten. So richtig ins Herz geschlossen hatten sie ihn nicht, so dass er schließlich das Handtuch warf und aus der Gesellschaft austrat. °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°° Refrain aus einem Greesberger Büttenmarsch
Meer sin kölsche Kinder, Sin immer aläät. °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Leider führte der Wechsel in einen für einen Präsidenten und Vorsitzenden hinderlichen Beruf und gesundheitliche Schwierigkeiten dazu, dass Hermann Kottal sein Amt niederlegte. Mit den Verdienstorden in Gold des Festkomitees und des Bundes Deutscher Karneval ausgezeichnet, stieg er vom Präsidentenstuhl. Mit der Ernennung zum Ehrenpräsidenten bedankten sich die Greesberger für über 25 Jahre Greesbergarbeit.
Wie der Vater, so der Sohn Wie in dieser Chronik zu lesen, gab es schon mal Schwierigkeiten beim Ausscheiden eines Präsidenten einen geeigneten Nachfolger zu finden. Das war beim Ausscheiden von Hermann Kottal nicht der Fall. Da kam niemand anders in Frage, als der Sohn des legendären Herbert Limbach: Detlev Limbach. Der hatte als Literat sein Gesellenstück mit Note eins plus gemacht. Detlev Limbach, obwohl ein Mann in den besten Jahren, ist einer der dienstältesten Greesberger. Er hat schon in früher Jugend als Page gedient. Auch er daher ein überaus karnevalserfahrener Mann. Detlev Limbach kann gut mit Menschen umgehen, er kann ausgleichen, er weiß, was er will und kann sich durchsetzen, wenn er meint es sei notwendig. Er hat die Kölner Torwache, ein Tanz- und Musikcorps, den Greesbergern angeschlossen. Mit Detlev Limbach als Präsident und mit Heinz Orth als Senatspräsident haben die Greesberger ihr 150-jähriges Bestehen gefeiert. Die Geschichte der Greesberger ist in dieser Chronik an den Präsidenten festgemacht. Es sind ja nicht die Präsidenten allein, die die Gesellschaft durch die Jahrzehnte gebracht haben. Allen ungenannten Idealisten, die Zeit und Geld für die gemeinsame Sache aufgebracht haben, ist es zu verdanken, dass die Greesberger seit über 150 Jahren bestehen. Vielleicht ist die innere Gliederung der Gesellschaft mit ein Grund für ihre Gesundheit. Die Gesellschaft besteht aus Mitgliedschaft und Senat. In den Senat aufgenommen werden Mitglieder, die sich besonders um die Gesellschaft verdient gemacht haben. Mitglieder und Senatoren bezahlen den gleichen Beitrag. Der Senat hat einen eigenen Vorstand mit einem Senatspräsidenten an der Spitze. Fastelovend feiern Senatoren und Mitglieder gemeinsam. Die Hauptaufgabe des Senats ist das Aufrechterhalten des Gesellschaftslebens zwischen Aschermittwoch und 11. im 11.. |