Feier zum 11.11.

Am 11. November 2017, pünktlich um 11.11 Uhr, begann die Karnevals-Session 2017.

 

Der Monat November ist ja der Monat der Besinnung auf Tod und Vergänglichkeit. Es klingt für ein Freudenfest unlogisch, geht jedoch zurück auf die gefühlsbedingte und zeitliche Abfolge griechischer, römischer und germanischer Traditionen, denen man auch in unseren Tagen noch folgt.

 

Jetzt gibt es ja gerade am 11. November zahlreiche Veranstaltungen, die man dann besuchen könnte. Sei es der Sessionsauftakt auf dem Heumarkt, „Immer wieder kölsche Lieder“ in der Lanxess Arena oder Karneval om Rhing am KD-Anleger Frankenwerft.

 

Kinder freuen sich da eher auf den Sankt Martin. Denn der 11. November ist auch der Martinstag.


Mitglieder einer Karnevalsgesellschaft besuchen aber in der Regel an einem solchen Tag die gesellschaftsinterne Sessionseröffnung. Natürlich nur, wenn diese Karnevalseröffnung dann auch genau auf diesen Tag fällt. Dies ist in Köln nicht immer der Fall, weil das Angebot an verfügbaren Veranstaltungsräumen sehr eingeschränkt ist.

 

Die Greesberger feierten traditionsgemäß den Sessionsauftakt wieder im Lindner Hotel City Plaza. Genau am 11. 11.2017 die Karnevalssession einzuleiten ist für die echten kölschen Jecken eine Traumkonstellation, führte aber auch zu Problemen bei der Anreise mit Bus, Bahn und Auto.

Trotz der nasskalten Witterung waren mehrere Zehntausend Jecken in bunter Kostümierung unterwegs und eroberten die Straßen und Plätze im Umfeld vom Kölner Dom, der Altstadt, Friesenplatz und Zülpicher Straße. Das war dann auch der Grund, warum nicht alle Gäste pünktlich beim Sektempfang erscheinen konnten.

 

Den Sektempfang im Foyer des Lindner Hotels praktizieren wir schon seit einigen Jahren mit Erfolg und diesen möchte auch keiner mehr missen. Man kommt ins Gespräch und man hat sich auch einiges zu erzählen. Da redet man über den verdammt schlechten Bundesligastart des 1. FC Köln, über Politik, Enkelkinder oder man tauscht schon mal die ersten Weihnachtsrezepte aus. Es dauert ja auch nicht mehr lange, dann müssen nämlich die Luftschlangen runter und der Tannenbaum hält Einzug in den Zimmern, Gartenanlagen und auf Stadtplätzen. Dann nennt man die Luftschlangen plötzlich Lametta.

 

Im Foyer war der Tisch-Belegungsplan ausgelegt und vor „Öffnung“ der Saaltüren folgte dann ein Blick auf diese Tafel, damit man weiß mit wem man es so am Abend zu tun hat.

Um 19:00 Uhr war Einlass und die Plätze wurden auch rasch eingenommen.

 

Präsident Markus Otrzonsek begrüßte die Gäste und wünschte einen schönen und vergnügten Samstagabend.

 

Nach einer kurzen Verweilzeit an den festlich, gedeckten Tischen wurde das Büfett eröffnet.

 

Neben den zahlreichen Vorspeisen und einer schmackhaften Kürbiscremesuppe, gab es unter den Hauptspeisen einen Rinderschmorbraten, gebratene Maispoulardenbrust, Zanderfilet und Feigen-Frischkäseravioli. Zum Dessert konnte man zwischen Pralinenmousse und Zimtmousse wählen. Ein Käsebrett mit den verschiedensten Käsevarianten aus der Region bzw. aus den angrenzenden Ländern rundete die Nachtischvarianten ab.

 

Diese Eröffnungsfeier wurde auch bei den Greesbergern begleitet von Ehrungen und Ernennungen und war von einem Unterhaltungsteil geprägt.

 

Die Ehrungen und Ernennungen sind ein traditioneller Bestandsteil dieser Veranstaltung.

 

Der Leiter der Kartenorganisation Matthias Hartmann wurde zum „Senator“ ernannt. Damit darf er jetzt auch an seiner Karnevalsmütze den Schriftzug „Senat“ tragen.

 

Ein besonders angenehmer und schöner Tagespunkt ist die Ehrung von Mitgliedern mit langjähriger Zugehörigkeit zur Gesellschaft. So durfte der Präsident Markus Otrzonsek in diesem Jahr die Mitglieder und Senatoren Klaus Kirsch und Bernd Lehmler für eine langjährige Treue zur Gesellschaft mit einer Urkunde auszeichnen.

Fast auf den Tag genau war Klaus Kirsch 30 Jahre und Bernd Lehmler schon 40 Jahre Kappesboor bei den Greesbergern. Die Frauen unserer beiden Mitglieder bekamen zu diesem besonderen Anlass vom Präsidenten einen kleinen Blumenstrauß überreicht.

 

Die Jugendtanzgruppe „Kölsche Greesberger“ und die Tanzgruppe „Kölsche Greesberger“ sorgten dann für einen tollen Veranstaltungspunkt und begeisterten die rund 80 Gäste mit ihren neuen Programmen.

Seit Mai 2009 tanzen sich unsere beiden Tanzgruppen in die Herzen der Zuschauer. Hartes professionelles Training lässt sowohl beim Tanzen als auch bei der Akrobatik Höchstleistungen erwarten. Wir Greesberger sind mächtig stolz auf unsere Tanzgruppen!

 

Zwischen den beiden Tanzvorführungen stellte Rudi Schnitzler mit seiner Mundartband „Zollhuus Colonia“ sein neues Bühnenprogramm vor. Sie haben sich den neuen Bedürfnissen und Anforderungen gestellt, sich musikalisch neu orientiert und die Instrumentierung angepasst. So haben sie nun eine Geigerin in ihren Reihen aufgenommen, die Quetsch wieder ausgepackt und die Konzertgitarre aus dem Koffer geholt. Mit den neuen Bandmitgliedern und Umstieg auf eine andere musikalische Stilrichtung haben sich Rudi Schnitzler und Band neu ausgerichtet.

Dass sie damit auf den richtigen Weg sind, bestätigte der anhaltende Applaus.

 

Der Solo-Auftritt von J.P. Weber - Die Flitsch - zur vorgerückten Stunde war zugleich eine musikalischen Zeitreise durch Köln. Mit dem nötigen Humor brachte er seinem Publikum kölsches Liedergut nahe und spielte zudem seine eigenen komponierten Songs.

 

Seine Mandoline – ein Geschenk von Hans Süper – mutiert durch seine einzigartige Spielweise auf der Bühne zu einer Big Band. Nicht umsonst wird er in der Kölner Musikszene nur noch „Die Flitsch“ genannt.

 

Die Zeiten zwischen den einzelnen Programmabschnitten nutzte der Alleinunterhalter Manfred Krombach, um mit seinem umfangreichen, musikalischen Repertoire die Gäste zu unterhalten. Im Karneval ist Manfred Krombach erfolgreich mit den Saalkapellen Soundexpress Köln und Colonia Big Band unterwegs – natürlich auch bei den Sitzungen der Greesberger.

 

Die Greesberger haben sich meisterlich auf die neue Session eingestimmt. Willkommen beim Kölner Karneval 2017/2018. Nach einem kurzen, rund eine Woche dauernden Aufflackern des karnevalistischen Treibens rund um dieses Datum kehrt erst einmal wieder adventliche und vorweihnachtliche Ruhe ein, aber spätestens am 5. Januar 2018, wenn im Gürzenich das Dreigestirn proklamiert wird, gibt es für die Jecken in Kölle kein Halten mehr

Text: Georg Steinhausen

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