Köln-Marathon 2017

Am 1. Oktober gehörten die Straßen Kölns den Läufern. Da lockte die 21. Austragung des Köln-Marathons, die mit einer bewährten Mischung aus Breiten- und Spitzensport, kölschem Frohsinn und besonderem Streckenambiente wieder Sportler aus aller Welt in die Domstadt lockte. Die ausländischen Athleten waren auch in diesem Jahr wieder stark vertreten. Die meisten Läufer kamen aus Belgien und den Niederlanden, danach folgten mit 187 Läufern die Chinesen. Insgesamt waren Läufer aus 62 Nationen am Start.

Der beliebte Laufevent ist der fünftgrößte Marathon Deutschlands und gleichzeitig die größte Breitensportveranstaltung in NRW.

Schon seit Monaten war die Vorfreude auf das große Laufspektakel in Köln spürbar.

Die Sportlerinnen und Sportler starteten im rechtsrheinischen Deutz, durchliefen die Kölner Veedel und kamen am Kölner Dom zum ersehnten Ziel. Hier wurden sie vor ausdruckstarker Kulisse mit Jubelstürmen begrüßt – sicher das emotionale Highlight einer jeden Teilnehmerin und eines jeden Teilnehmers.

All diese Ausprägungen zeigen, was die Sportstadt Köln ausmacht: Tradition und Weltoffenheit sowie Sportbegeisterung und Gastfreundlichkeit.

Einen grandiosen Einstieg in die Riege der großen deutschen Citymarathon-Veranstaltungen feierte der Köln Marathon am ersten Oktoberwochenende 1997.

Es sollte ein ganz besonderer Marathon werden: ein Marathon „op kölsch“. Und so begann am 5. Oktober 1997 die Erfolgsgeschichte mit einem Weltrekord: Kein Marathon hatte zu dieser Zeit bei seiner Premiere mehr Anmeldungen. Man hoffte damals auf ca. 5000 Teilnehmer und hatte am Ende ca. 13000 Anmeldungen. Besser hätte die bewegte Geschichte des Köln-Marathon kaum starten können.

Die Idee, einen Marathon für die Domstadt auf die Beine zu stellen, entstand beim ASV Köln. Eine Idee, die schnell so groß und erfolgreich wurde, dass sie ehrenamtlich nicht mehr zu bewältigen war.

Zum 21. Mal gingen die Läufer am 1. Oktober 2017 auf die 42,195 Kilometer lange Strecke durch die Kölner Innenstadt.

Der Startschuss erfolgte in Kölle op kölsche Art: Als „offizieller Karnevalspartner“ positionierten die Blauen Funken ihren Karnevalswagen „Dicke Berta“ und ein Konfettigeschütz im Startbereich und schickten alle Läufer beim Halbmarathon und Marathon am 1. Oktober mit einem bunten Konfettiregen auf die Strecke.

Das Ziel blieb unverändert am Kölner Dom – die Strecke wurde aber noch verbessert.

Es ging nicht mehr kilometerweit durch Nippes, dort an Kilometer 30 und aufwärts, wo der Mann mit dem Hammer steht“ und leider auch meist nur der, denn Zuschauer gab es hier in der Vergangenheit eher weniger.

So wurde die Strecke in Nippes verkürzt, stattdessen ging es ein wenig weiter im Süden den Rhein entlang durch Rodenkirchen. Die Laufstrecke versprach einige Kilometer Rheinufer und jede Menge Stadtviertel und kölsches Flair.

Es war aber schon vorher klar, dass der Sieger des Köln-Marathons nicht aus Kenia stammen wird. Die Organisatoren haben in diesem Jahr bewusst auf die Verpflichtung afrikanischer Spitzenläufer verzichtet. Man wollte gezielt den deutschen Nachwuchs fördern und durch ein starkes Läuferfeld den Athleten persönliche Bestzeiten ermöglichen.

Damit war allerdings auch der Streckenrekord von 2:07:34 Stunden aus dem Jahre 2012 nicht in Gefahr, der von Alfred Kering (Kenia) aufgestellt wurde.

Am Streckenrand gab es Volksfestcharakter pur. Höchstleistungen waren damit garantiert – sowohl sportlich als auch stimmungsmäßig.

Rekorde? In Köln? Beim Marathon? Na sicher! Beim Köln-Marathon finden Jahr für Jahr Rekorde der besonderen Art statt. Kein anderer Marathon vereint Höchstleistungen in Sport, Stimmung und Zuspruch einer ganzen Region so sehr wie Köln. Kein anderer Marathon kann wie der in Köln von sich behaupten, den fröhlichsten und buntesten Erlebnislauf über 42,195 Kilometer zu bieten. Und kein anderer Marathon schafft wohl so souverän die Gratwanderung zwischen einem hohen athletischen Anspruch und dem viel zitierten rheinischen Frohsinn, der die Sportlerinnen und Sportler von Anfang bis Ende mit Mut, Motivation und Marathonbegeisterung versorgt. Stimmungsvolle Lieder und ein attraktives Rahmenprogramm – das gibt es natürlich auch in anderen Städten. Doch wer in Köln läuft, der weiß, dass ihn kölsche Musik, Kultur und Frohnatur spätestens am Start mitreißen und bis zum Ende nicht mehr loslassen werden, wenn er oder sie erschöpft, aber überglücklich und wie im Rausch die Ziellinie überquert. Gründe gibt es genug, in Köln einen Marathon zu laufen oder bei einem der vielen anderen Wettbewerbe des Erlebnismarathons in der Domstadt dabei zu sein.

Staffelläufe kennt fast jeder. Zumindest im Schulsport sollte kaum jemand daran vorbei gekommen sein. Der Start der Staffeln erfolgte gemeinsam mit den Marathonläufern um 10:00 Uhr am Deutzer Bahnhof. Der erste Läufer musste bis zur nächsten Wechselstation am Chlodwigplatz nun 12 km absolvieren. Vom Chlodwigplatz bis zur zweiten Wechselstation am Aachener Weiher waren es auf diesem Teilstück nun 11,5 km. Von hieraus folgte der kürzeste Streckenabschnitt von 6 km bis zur dritten und letzten Wechselstation am Ebertplatz. Hier ist die Anforderung an den letzten Staffelläufer noch mal alles zu geben, um eventuell das Gesamtergebnis noch um einige Plätze verbessern zu können. Aber bei einer Streckenlänge von 12,7 km ist das schon eine Herausforderung. Doch beim Zieleinlauf sind plötzlich alle Strapazen vergessen.

Die Tanzgruppe „Kölsche Greesberger“ stellte beim Staffelmarathon ebenfalls zwei Mannschaften mit jeweils vier Läufern.

Mit Startnummer 14 gingen Nico Petzold, Marie Höfling, Marie Kracht und Maurice Stingel ins Rennen. Sie belegten mit einer Zeit von 04:00:40 den 312. Platz in der Gesamtwertung. Aber auch Jana Dumblus, Benjamin Tillmann, Janina Braun und Julian Hennecke, die mit der Startnummer 15 angetreten sind, zeigten eine souveräne Leistung. Dieses Team wurde 340. in der Gesamtwertung mit einer Zeit von 04:02:38.

Sieger wurde das Team von Saucony Runyourworld in einer Superzeit von 02:19:26.

Was wäre der Köln Marathon ohne die vielen freiwilligen Helfer? Seit 1997 sind diese ehrenamtlichen Teams an den Verpflegungsstellen, als Streckenabsicherung, beim Kleiderbeutelhandling oder wie wir Greesberger an einer Wechselstation zum Staffellauf. Bei Wind und Wetter helfen sie den Teilnehmern durch die großen und kleinen Krisen und sind dabei immer freundlich und gut gelaunt. Ohne die vielen Helfern wäre der Köln Marathon nicht das geworden, was er heute ist.

Wie in all den Jahren zuvor, gab es auch wieder für das Helferteam die Tasse Kaffee und das belegte Brötchen. Vielen Dank an alle Sponsoren aus den Reihen der Greesberger.

Mit Schwung, Motivation und Durstlöschern unterstützt das Helferteam der G.K.G. Greesberger e.V. Köln von 1852 schon seit dem Jahre 2007 den Köln Marathon. 26 Personen hatten sich in diesem Jahr bereit erklärt, um an der 2. Wechselstation zum Staffelwettbewerb aktiv mitzuwirken. Viele sind schon lange dabei. Der Köln Marathon fordert auch den Helfern einiges ab. Morgens um 7:00 Uhr beginnt der Aufbau, damit bei Regen, Wind und Sonnenschein das Areal der Wechselstation pünktlich vor Veranstaltungsbeginn bereit steht. Ansporn und Beifall spenden die Helfer zusätzlich gratis.

Die ankommenden Läufer- und Läuferinnen wurden mit lautstarker Stimme in den Wechselbereich geführt. In unserer Wechselstation hatten unsere Greesberghelfer wieder alles im Griff, so dass kaum Stress und Hektik aufkam. Nach den vielen Jahren der Unterstützung hat sich schon eine gewisse Routine eingestellt. Nicht umsonst werden wir beim Veranstalter als TOP-Helferteam geführt.

Nachdem dann der Besenwagen und der Reinigungsdienst unsere Stelle am Aachener Weiher passiert hatten, erfolgte rasch der Abbau der Gerätschaften. Um 15:00 Uhr war wieder alles so hergerichtet, wie wir es am frühen Morgen vorgefunden hatten.

Hier geht ein großes Dankeschön an alle fleißigen Heinzelmännchen der Greesberger.

Am Ende gewann Hendrik Pfeiffer vom TV Wattenscheid den Köln-Marathon. Mit seiner Siegerzeit von 2:13:39 Stunden unterbot der 24-Jährige am Sonntag zudem die Norm für die Europameisterschaften 2018 in Berlin.

Als Zweiter ging der Kölner Dominik Fabianowski mit 2:19:33 Stunden durchs Ziel. Dritter wurde Christian Schreiner vom LAZ Puma Rhein-Sieg in 2:28:22 Stunden.

Pfeiffers Sieg war der erste eines deutschen Läufers in Köln seit Carsten Eich 1998.

Gewinnerin des Frauen-Marathons wurde Rebecca Robisch aus Fürth. Für sie wurden 2:42:59 Stunden gestoppt. In den Halbmarathonläufen siegten der Rehlinger Tobias Blum in 1:05:39 und Sabrina Mockenhaupt aus Hamburg in 1:12:02 Stunden. 

Im nächsten Jahr findet der 22. Köln-Marathon am 7.10.2018 statt und wir sind bestimmt wieder durch ein Läuferteam vertreten und auch die Betreuung einer Wechselstation ist wieder Programm.     

Text: Georg Steinhausen   

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